Dietmar Dath
Heike Aumüller

Verbotene Verbesserungen

Herausgeber: Manfred Rothenberger
Texte: Dietmar Dath
Fotografien: Heike Aumüller
Gestaltung: Timo Reger

160 Seiten mit zahlreichen Farb- und Schwarzweißabbildungen
Flexcover; 21,5 x 15 cm
Deutsch | Euro 24,00
ISBN 978-3-922895-23-7

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Titel Verbotene Verbesserungen

»Schneewittchen war übrigens transsexuell« weiß Dietmar Dath, der nimmermüde Headbanger der deutschen Gegenwartsliteratur, und Heike Aumüller, Performerin und Portraitistin paranormaler Bewusstseinszustände, gibt ihm ausnahmsweise Recht: Sie langt tief hinein in die Abgründe ihrer Bildertrommel und schlägt Daths Prosastücken mit ihren Fotografien den Takt.

Heike Aumüllers fotografische Selbst-Inszenierungen konfrontieren den Betrachter mit absurden Handlungen, skurrilen Haltungen und rätselhaften Ritualen, machen ihn zum Voyeur eines ebenso intimen wie irritierenden Geschehens. Die Künstlerin nutzt das Medium der Fotografie, um mit ihren Körper-Choreographien ambivalente Stimmungen zu erzeugen und Bildräume atmosphärisch aufzuladen, bis sie den Betrachter ganz und gar in ihren Bann ziehen.

In insgesamt 84 Texten setzt sich Dietmar Dath auf die Fährte der Fotografin und spinnt die in ihren Bildern ausgelegten Fäden weiter: Er stößt auf Zombiealarm und Feenzauber, auf Vorsokratiker und Waffenhändler, auf die Schwester des Teufels und das Telefonbuch von El Dorado, auf die Arroganz der ewigen Jugend, Adorno und den Firnis nackter Haut...

In klassischer »Kalendergeschichten«-Manier erzählt Dietmar Dath merkwürdige Begebenheiten aus einem durchgeknallten Jahrhundert – amoralische Schnurren und Schwänke, anarchische Anekdoten und Parabeln. Germanistisch bzw, dialektisch gesehen: Johan Peter Hebel und Bertolt Brecht gekreuzt mit den Simpsons.

Dath bemerkte einmal, er schreibe Texte, »die nicht davon handeln, wie es ist, sondern davon, wie es sein sollte, wie es hoffentlich nicht sein wird oder wie es ganz neutral sein könnte.«
Dies gilt auch für Heike Aumüller, die in ihren Bildern das Unheimliche erforscht, die Ränder der Realität, und in der Drastik der Darstellung Wunsch- und Angstbilder des modernen Menschen gebiert.

So bringen die Widerspenstigkeit in Daths Texten und das Ungezähmte in Aumüllers Bildern die Verhältnisse zum Tanzen – in einem Lese- und Bilderbuch voller überraschender Perspektiven, in einem Märchenbuch für Jung und Alt, für Schlank und Schlau, sehr welthaltig und sehr unerschrocken.