Hank Schmidt in der Beek: Der fünfte Kanister

106 Collagen und ein Text von Leonhard Hieronymi


Herausgeber: Manfred Rothenberger in
Zusammenarbeit mit dem Institut für moderne Kunst Nürnberg
Gestaltung: Timo Reger

140 Seiten mit 106 Farbabbildungen
Hardcover; 14 x 21 cm
25,– Euro

ISBN: 978-3-922895-35-0

»Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung«, der Titel des 1827 von Christian Dietrich Grabbe verfassten Theaterstücks, könnte auch als Überschrift dienen für die Arbeiten von Hank Schmidt in der Beek. Getreu dem Credo eines anderen berühmten Münchners – »Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.« (Karl Valentin) – wirbelt der Künstler mit seinen Collagen die Kunstgeschichte durcheinander, indem er Inkunabeln der modernen Kunst mit Hilfe von Comicfiguren in völlig neue Zusammenhänge stellt.

In bester Surrealistentradition holt Hank Schmidt in der Beek die hohe Kunst vom hohen Sockel: Miraculix kocht seinen Zaubertrank ausnahmsweise in den magischen »Füßlingen« von René Magritte; beim Marsch durch das Atelier von Jackson Pollock schützen sich Tick und Trick mit einem Regenschirm vor dem mit Farbe spritzenden Künstler; und der Bastelschlumpf hat die Wettermaschine erfunden, die – wie wir jetzt wissen – ursächlich war für Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde »Das Eismeer«.

Ohne Scheu spazieren Donald und Daisy, Charlie Brown und Snoopy, Goofy, die Panzerknacker und die Schlümpfe in den heiligen Tempel der Kunst und unterziehen dessen Inventar einer radikalen semantischen Revision.

Mit Schere, Klebstoff und entwaffnender Unverfrorenheit befreit Hank Schmidt in der Beek die Meisterwerke der Moderne von ihrer historischen Bedeutungsschwere und gibt ihnen die Präsenz und Frische zurück, die sie besaßen, bevor sie von der Kunstgeschichte zu Tode geadelt wurden.